Wir über uns

Der Verein existiert seit 2004, als die Gründungsmitglieder in Türkeiurlauben mit der katastrophalen Situation der Straßentiere im Raum Kusadasi konfrontiert wurden. Der Name TierInsel leitet sich vom Namen der kleinen Insel Güvercinada (Taubeninsel) vor der Küste ab, später wurde aus Taubeninsel „Vogelinsel“. Treffend für unsere Arbeit nennen wir uns daher „TierInsel“. Der Zusatz „Umut Evi“ ist türkisch und bedeutet „Haus der Hoffnung“.

Zu Beginn unserer Arbeit in der Türkei konzentrierten wir uns auf das städtische Tierasyl, in dem zeitweise bis zu 400 Hunde ein erbärmliches Dasein fristeten. Inzwischen hat die Stadt Kusadasi ein neues Tierheim erbaut, das so genannte Kusadasi Council Dog Rehabilitation Centre, in dem sowohl Hunde und Katzen untergebracht sind – nach Auskunft rund 500 Tiere. Leider haben wir keinen Zugang zu diesem Tierheim, das der Stadt Kusadasi untersteht! Wir können dort leider im Moment nicht tätig werden und richten daher stattdessen unsere volle Kraft auf Kastrationsaktionen (auch, damit möglichst gar keine Tiere im Tierheim landen!).

Seit Beginn des Jahres 2010 konzentrieren wir uns daher voll und ganz auf unser Neuter&Release-Programm. Unser Ziel ist damit, die Streunerpopulation dauerhaft zu senken. Wir haben Futterstellen für Hunde und Katzen eingerichtet, um die Tiere mit Futter und Medizin versorgen und sie kontrolliert einfangen und kastrieren zu können. Nach der Kastration werden die Tiere zurück an ihre angestammten Plätze gebracht. Kastration ist das einzige Mittel, die Situation vor Ort zu verbessern und die Problematik langfristig unter Kontrolle zu bekommen.

Gleichzeitig versuchen wir, auch die Bevölkerung und die Verantwortlichen in der Politik davon zu überzeugen, dass die dort angewandten Methoden (z. B. Vergiften, Verbringen der Tiere an weiter entfernte Orte) nichts an der Problematik ändert. Das grausame Töten der Tiere ist nicht mit dem türkischen Tierschutzgesetz vereinbar und trägt auch nicht dazu bei, die Population zu senken, da in sehr kurzer Zeit viele neue Nachkommen da sind. Seriöse Hochrechnungen sprechen von bis zu 400.000 Nachkommen, die eine einzige unkastrierte Katze und ihre Nachkommen in sieben Jahren theoretisch hervorbringen können – und von bis zu 67.000 Nachkommen, die eine einzige Hündin und ihre Nachkommen in sechs Jahren theoretisch hervorbringen können! Nur wenn konsequent kastriert wird und die Tiere anschließend in ihr vertrautes Revier zurückkönnen, werden wir das Leben der türkischen Straßentiere verbessern.

Zum Abschluss noch ein paar Worte zum Thema Auslandstierschutz. Wir arbeiten alle bei der TierInsel, weil uns das Leid der Tiere sehr getroffen hat. In Urlauben oder in der Arbeit vor Ort haben wir gesehen, dass unsere Hilfe dringend nötig ist. Wer kann ernsthaft an einem hilflosen Wesen vorbeigehen, wenn es Hilfe benötigt? Die Nationalität ist hier doch völlig egal – und Tiere haben sowieso keine. Davon abgesehen liegt uns Tierschutz allgemein am Herzen: Unsere Mitstreiter sind daher allesamt in weiteren in- und ausländischen Projekten aktiv, wir kümmern uns um Tierschutz in unseren jeweiligen Heimatorten und haben selbst immer wieder Tierschutztiere zuhause (ob aus dem Ausland, dem örtlichen Tierheim oder als Fundtier zuhause aufgenommen) – wenn es darum geht, ob ein Tier Hilfe benötigt oder ob man sich für Umwelt- oder Entwicklungshilfeprojekte einsetzt, ist uns die Nationalität völlig egal.

Auch wenn unser Verein keine Tiere vermittelt, freuen wir uns über jedes Tier, dass ein neues Zuhause erhält. Die Zustände in Tierheimen im Ausland, vor allem in den südlichen und den osteuropäischen Ländern sind nicht mit deutschen Verhältnissen vergleichbar. Wenn Sie noch niemals vor Ort waren, können Sie sich wahrscheinlich das Ausmaß an Leid und Elend nicht vorstellen. Das Argument, dass aus dem Ausland nach Deutschland gebrachte Tiere „deutschen“ Tierheimtieren die Chance auf Vermittlung nehmen, ist nicht haltbar. Viele deutsche Tierheime haben Partner-Tierheime im europäischen Ausland und nehmen von dort immer wieder – meist kleinere, gut sozialisierte Tiere auf, die hier problemlos vermittelt werden können. Wenn sich z. B. eine Familie mit Kindern für einen solchen Mischling entscheidet, heißt das im Umkehrschluss ja nicht, dass sie stattdessen den mit anderen Hunden unverträglichen, territorialen 40kg-Rüden genommen hätten, der nicht auf kleine Kinder treffen sollte. Verstehen Sie das nicht falsch – natürlich finden sich auch bei uns jede Menge Tierheimhunde, die auf eine zweite Chance warten – und die, sofern sie nur mit kleineren Problemen behaftet sind, ja auch meist schnell vermittelt sind. Übrig bleiben leider vor allem Hunde, bei denen das nicht so ist – oder Hunde, die aufgrund ihrer Rassezugehörigkeit in vielen Bundesländern gar nicht bzw. nur unter strengen Auflagen gehalten werden dürfen. Übrigens werden genau diese Hunde – so genannte Listenhunde – nicht selten aus Deutschland ins Ausland (v.a. USA) gebracht!

Lange Rede, kurzer Sinn: Wir sind Tierschützer mit Leib und Seele und wir brauchen Unterstützer, denen das Leid von Straßentieren ebenso wenig egal ist und die uns helfen, etwas zu bewegen. Tun auch Sie etwas – denn Sie können!