26. März 2011: Angelika schreibtHallo!Ich war heute mit Nevzat in MAGNESIA. Wir haben Welpen gefunden und den braunen Hund. Es gibt dort Hunde ohne Ende, einige hielten sich auch im Hintergrund versteckt, etwas menschenscheuer. Die braune Hündin haben wir mit in die Klinik genommen, genauso wie die Welpen. Dort gab es eine Tollwutimpfung und eine Wurmkur für jeden, danach haben wir alle Hunde zurück in diese wirklich schöne Ecke gebracht, wo genug Platz für die Tiere ist. Der Wächter, der dort die antike Stadt bewacht, damit es keine Plünderungen gibt, hatte die beiden Welpen auf der Straße aufgelesen. Er will sie nun dort bei sich behalten, als Wachhunde und zur Gesellschaft, denn er ist dort ganz alleine. Der Wächter machte einen guten Eindruck auf uns, er ist mit Tieren aufgewachsen und mag ihre Nähe, was will man mehr. So sind alle Tiere wieder in Magnesia und genießen den Frühling und die Sonne, die heute ganz besonders lacht: Es hat fast 20 Grad und ich habe ein T-Shirt an. Anbei die Fotos, die Hündin wurde kastriert und trägt jetzt auch eine Ohrmarke. Viele Grüße, Angelika
Bericht: Stand der Dinge im März 2011 in KusadasiIhr Lieben,es wird wieder Frühling in der Türkei und gerade da tut sich immer sehr viel, im positiven, wie im negativen Sinne. Zu Beginn der Saison werden die Straßen und Fußgängerzonen wieder neu gestaltet und die Blumenrabatten neu bestückt, unschöne Stellen werden ausgebessert und so kommt es auch dazu , dass der Überschuss an Streunern verschwinden muss. Die leider einfachste Methode ist da – das Vergiften, kurz und schmerzvoll für die Tiere und effektiv für die Einheimischen, die sich an den nach Nahrung und Aufmerksamkeit suchenden Tieren stören. So wurde in der ersten Märzwoche in der einer Siedlung meiner englischen und deutschen Bekannten insgesamt 16 Katzen vergiftet, die Hilfe kam zu spät, da die Aktion über Nacht erfolgte. Am nächsten Morgen konnten nur noch die toten Körper eingesammelt werden, leider waren da auch einige Kinder, die das ganze Geschehen fassungslos mitbekamen. Glück an dieser Aktion war, dass in dieser Siedlung auch ein pensionierter türkischer Polizeibeamter lebt, der sofort das Ordnungsamt verständigte und lautstark seinem Zorn freien Lauf ließ. Es ist damit zu rechnen, dass der Übertäter aus der gleichen Siedlung stammt und den Tieren nicht wohl gesonnen ist, auch solche Spezies gibt es hier reichlich. Das sind meist Folgen falscher Erziehungsmethoden und anderer Ansichten ………… leider. Am letzten Wochenende dann ein weiterer Tiefschlag, der Hund meiner Arbeitskollegen wurde ebenfalls Opfer eines Giftanschlags, konnte jedoch rechtzeitig gefunden werden und somit begann ein aufregender Wettlauf mit der Zeit, denn es war Sonntag, der Tierarzt nicht auffindbar und der Hund war schwer am Zittern und Krampfen und wand sich mit allen erdenklichen Kräften gegen das Gift in seinem Körper. Dank der Sachspenden von Deutschland hatte ich Infusionen und Besteck, sowie das einzige Mittel, was helfen kann im Haus. Schnell hatte ich dem Tier die Atropin Spritze gegeben, die für die Stabilisation des Herzens sorgt, damit der Kreislauf überhaupt den ganzen Stress mitmacht und das Tier den Schock der Situation überlebt. Danach kam der weitaus schwierigere Teil, denn der Zugang in die Vene musste gelegt werden, damit die Infusion angeschlossen werden konnte. Alles klappte nach einigen Anläufen und so war auch Zeit erneut nach dem Tierarzt zu suchen, den wir dann auch erreichten, er erschien zur Kontrolle und meinte, dass wir alles richtig gemacht hätten und der Hund den Kampf gewinnen würde. Wir hatten rechtzeitig alle nötigen Schritte eingeleitet und somit konnten wir Apollo retten. Nach 7Stunden Infusion versuchte er bereits aufzustehen und am gleichen Abend nahm er schon wieder Wasser und etwas Feuchtfutter zu sich. Durch das Atropin waren seine Pupillen noch stark geöffnet, so dass er noch sehr lichtempfindlich war und überall gegenstieß beim Laufen, aber auch das ist mittlerweile vorbei und wieder normal. Wir sind sehr dankbar, dass wir ihn noch weiter unter uns haben, denn viele andere haben nicht das Glück. Am Montag dann in der Arbeit kamen meine beiden Kolleginnen dann mit 2 ausgesetzten Katzenkindern an, die sie bei deiner Mülltonne fanden, als sie auf dem Weg zur Arbeit war. Diese beiden sind jetzt bei mir zu Haus und bekommen die gespendete Katzenmilch und sie werden dabei von unserer Hündin Reina unterstützt. Diese gute Seele lässt die beiden Waisen saugen und gibt ihnen die nötige Nestwärme der fehlenden Mutter, meine Tochter Sirin sorgt dann für die Flaschenaufzucht, ein eingespieltes Team und bisher sieht es so aus, dass die beiden Waisen es schaffen könnten. Drücken wir weiterhin die Daumen oder Pfötchen, dass sie es schaffen. Das werden nicht die einzigen Kinderchen sein, die sich jetzt zu uns gesellen, es ist jedes Jahr das gleiche Spiel, jedoch wird es deutlich weniger durch die durchgeführten und kontinuierlichen Kastrationen der Straßenkatzen, dafür auch an dieser Stelle einen Dank an die Spender in Deutschland. Einen lieben Gruß und ein kräftiges Miau und Gebell aus der Türkei Angelika Hoffmann Cigdem 19.3.2011 Futterpaten
19.3.2011: Angelika schreibtIhr Lieben,hier eine nette kleine Geschichte der Straßenhündin Scoobi aus Kusadasi. Alles begann mit dem Umzug meiner Freundin Sema in einen mir bis dato unbekannten Neubaubezirk der Stadt Kusadasi. Sema wollte einfach in eine größere Wohnung mit ihrem Mann und ihren zwei , von der Straße adoptierten Katzen. Die aktuelle Wohnung war einfach zu klein und so kam diese neue Wohnung sehr gelegen, der Umzug ging schnell im Dezember über die Bühne. Die Siedlung liegt am Rande eines Olivenhains und in der Umgebung sind noch nicht so viele Bürger, daher ist die Wohngegend noch recht ruhig. Gleich ein paar Tage nach ihrem Einzug berichtet mir Sema von den dortigen vierbeinigen Nachbarn, die wohl gleich mitbekommen haben, dass Sema auch sehr tierlieb ist und immer ein Leckerli im Auto dabei hat. Die dortigen Straßenhunde, vorab Scoobi, ein Terriermix, hatten Sema schnell ins Herz geschlossen. Sema war eh von der struppigen lebensfrohen Hündin sofort angetan. Auffallend ist, dass alle Hunde dort eine Ohrmarke haben, überwiegend von der Gemeinde. Ich hatte ja schon mal erwähnt, dass solche Straßenhunde nach der Kastration wieder ausgewildert werden, überwiegend in nicht so bewohnten Gebieten, so wird auch Scoobi den Weg aus dem Rehabilitationszentrum geschafft haben. Während der nächsten Wochen entwickelte sich eine enge Beziehung zwischen Sema und Scoobi, und auch ihre Mann Türker füttert abends nach der Arbeit zuerst ein Leckerli an die Scoobi und ihre Freunde in der Siedlung. Daher kam der Gedanke diesen Straßenhund etwas feiner für die nun zunehmende Mieterschaft zu machen, denn das Fell war lang und struppig und Scoobi machte so auf die auf Sauberkeit wertlegenden Einheimischen nicht gerade einen positiven Eindruck. Somit beschlossen wir gemeinsam Scoobi landfein zu machen, wir fingen sie ein, was mittlerweile kein Problem mehr war und es folgte eine dreistündige Beautysitzung, die Scoobi wurde geschoren, denn das verfilzte Fell musste runter, gleichzeitig wurde so etliche Untermieter wir Milben und Flöhe heimatlos, aber das war Sinn der Aktion. Scoobi wurde dann noch entwurmt und gegen Tollwut geimpft, damit sie nicht als Gesundheitsrisiko eingestuft wird. Die hiesigen Kinder gehen manchmal sehr grob mit den Straßentieren um und wenn diese sich dann auch mal wehren wird es so ausgelegt, dass der böse Hund das arme Kind gebissen hat. Wir wissen alle um die Charaktereigenschaften der Terrier, etwas schrullig und manchmal kleine Nähmaschinen, daher haben wir hier vorgebeugt, damit Scoobi nicht als tollwütige Probandin bei einem solchen Zwischenfall als Schuldige genommen wird. Ich glaub eh nicht, dass sie beißen würde, jedoch verteidigt sie lautstark die Siedlung gegen Fremde und das kann schon bei den mit Vorurteilen und falscher Erziehung geprägten Landbewohnern ausreichen um einen Hunde das Ordnungsamt, bzw. die Vollstrecker an den Hals zu hetzen. Semas und mein Ziel war bei dieser Aktion zuerst dem Tier Erleichterung zu verschaffen und gleichzeitig die Bewohner an diese liebe Kreatur zu gewöhnen und ihren Lebensraum ohne Probleme mit ihr zu teilen. Wie gesagt, nach einer dreistündigen Aktion wurde die neue Scoobi geboren und beide Parteien waren deutlich erleichtert, es gab ein leckeres Fresschen und die Welt war für die Scoobi wieder in Ordnung. Jetzt nach zwei Wochen ist die Reaktion der Mitbewohner dort sehr positiv, Sema war neulich mit einer Bewohnerin dort im Dialog und diese lobte die neue Erscheinung der Scoobi, leider ist zu vermerken das die lieben Kinder dem Tier das Hals- und Flohband gestohlen haben, das ist hier leider so, irgendwie wir alles zu Geld gemacht und das Tier hat nun mal keinen Anwalt. Schön ist, und das war ja unser Hauptanliegen Scoobi ist jetzt fester Siedlungshund und freies Mitglied in Semas Kleinfamilie und wird dort von allen akzeptiert. Wir wünschen alle Beteiligten eine schöne Zukunft im friedlichen Miteinander In diesem Sinne Angelika 27.3.2011 „Notfalltiere“: Neues von Anna und Simon Hallo Ihr Lieben, anbei endlich ein paar versprochene Fotos. Simon hat sich so gefreut über den ersten, warmen Frühlingstag. Ich glaube, das ist unschwer zu erkennen. Er springt jetzt schon von allein auf die Ladefläche vom Kombi, wenn's zum Wandern geht. Anna muss noch hoch gehievt werden, sie geht aber auch brav mit. Auch sie ist am liebsten den ganzen Tag draußen, wenn die Sonne scheint. Schönen Sonntag noch:-) . Mit Grüßen Christel Hobbs |