Liebe Aktive, liebe Mitglieder, sehr geehrte Unterstützerinnen und Unterstützer, Freundinnen und Freunde der TierInsel - Umut Evi!
Ich danke Euch allen ganz herzlich für die tatkräftige Mitarbeit, die finanzielle Unterstützung oder Euer Interesse und Eure Anteilnahme an der Arbeit des Vereins.
Wenn wir kurz auf das Jahr 2011 zurück blicken, können wir auch dieses Jahr wieder stolz darauf sein, was unser kleiner Verein bewegt und geleistet hat.
Wir haben nicht nur in Kusadasi und Umgebung eine große Anzahl von Tieren kastrieren lassen und so künftiges Tierleid vermieden, sondern auch in Mordogan mit großer Unterstützung der dortigen Tierschützer und der Bevölkerung eine Kastrationsaktion durchgeführt. Dabei konnten in fünf Tagen 23 Hündinnen und 76 Katzen kastriert werden. Daneben wurde natürlich geimpft und sonstige Verletzungen der Straßentiere behandelt, soweit dies vor Ort möglich war.
Mein besonderer Dank gilt an dieser Stelle auch dem Bürgermeister von Mordogan, der nicht nur unserem Projekt vertraglich fixiert zugestimmt hat, sondern uns auch für die Aktion die Räume und die Mitarbeit des Amtsveterinärs zur Verfügung gestellt hatte.
Durch die sehr zeitintensive Bearbeitung von Notrufen, die an uns gerichtet worden waren, konnten wir durch Vermittlung von Kontakten oder durch TierschützerInnen, die mit uns zusammen arbeiten, ebenfalls einigen Tieren helfen.
Auch von dieser Stelle nochmals einen herzlichen Dank an das Unternehmen, das uns mehrere sehr großzügige Sachspenden zukommen hat lassen, die uns bei unserer Arbeit vor Ort schon sehr wertvolle Dienste geleistet haben.
Die Bezahlung der Tierärzte, die Medikamente, das Futter, all das kostet eine Menge Geld. Alle Aktiven des Vereins leisten ihre Arbeit ehrenamtlich und tragen ihre Aufwendungen, wie z.B. Reisekosten selbst, damit möglichst vielen Tieren geholfen werden kann. Deshalb nochmals ein herzliches Dankeschön an alle, die Mitgliedsbeiträge zahlen, Patenschaften übernommen haben oder Geldspenden leisten, verbunden mit der dringenden Bitte, dies auch weiterhin zu tun sowie Verwandte, Freunde und Bekannte zu animieren, die TierInsel ebenfalls zu unterstützen.
Gemeinsam können wir viel für die Tiere tun!
Euer/Ihr
Max Walleitner
1. Vorsitzender
Erfolgreiche Kastrationsaktion in Mordogan im November 2011
Doris
und Max Walleitner waren vom 24. bis 29. November in der Türkei und
haben dort eine Kastrationsaktion in der Gemeinde Mordogan geleitet,
etwa 180 Kilometer von Izmir entfernt an der östlichen Küste der
Halbinsel Karaburun am Golf von Izmir. Die Kastrationsaktion war eine
sehr erfolgreiche Kooperation mit einer türkischen Tierärztin. Insgesamt
konnten dank eines umfangreichen Helferstabs 23 Hündinnen und 76 Katzen
kastriert werden.
Hier ist Doris‘ Bericht: „Endlich
– am 15.11.2011 erteilte uns der Bürgermeister von Mordogan die
Zustimmung für diese Aktion. Bereits im Vorfeld war geplant und
organisiert worden, aber nun stand der Arbeit nichts mehr im Weg. Kurz
vor unserem Flug wurden die Bemühungen um Sachspenden noch von einem
tollen Erfolg gekrönt. Eine Firma spendete uns 50 nagelneue, waschbare,
dick gepolsterte Liegeauflagen für Hunde, die wärmend und isolierend
sind und auch für zukünftige Kastrationsaktionen wertvolle Dienste
leisten werden.
Max
und ich flogen also am 23.11.2011 mit insgesamt 142 kg Gepäck in die
Türkei – dank Freigepäck der Fluggesellschaft SunExpress! Neben den
Liegeauflagen waren noch gut waschbare Decken dabei (zum Abdecken der
Tiere nach der OP), sowie etliche gebrauchte Katzentransportboxen, die
Jessy und Ozan gesammelt hatten, sowie die von Uschi gespendeten
Vitaminpasten.
In Izmir hatten wir einen Ford Duplo gemietet und
nur mit Glück und sehr viel Geschick wurden alle Gepäckstücke in
diesem Auto untergebracht. Kein weiteres hätte mehr hineingepasst.
Am
24.11. morgens bauten wir bei unserer Tierschutzfreundin Claudia zuerst
die mitgebrachten Transportkisten zusammen. Claudia hatte bereits am
Vortag organisiert, dass die ersten Katzen von
Futterstellenbetreuerinnen eingefangen worden waren und nun auf ihre OP
warteten.
Wir fuhren dann zu den Räumlichkeiten des
Amtsveterinärs Hasan, die uns von der Stadtverwaltung für die Aktion zur
Verfügung gestellt worden waren. Sie bestehen im Wesentlichen aus einem
Container, der in zwei größere Räume unterteilt ist und außerdem eine
Toilette (nur händische Wassernachspülung) und eine
Mini-Waschgelegenheit enthält. Das Büro des Amtsveterinärs wurde als
Operationsraum umfunktioniert und diente dem TierInsel-Tierarzt Nevzat
als Arbeitsraum. Außerdem wurden hier auch die Katzen vor und nach ihrer
Operation untergebracht. Der zweite größere Raum war der eigentliche
OP-Raum, in dem die türkische Tierärztin Sibel, die wir ebenfalls für
diese Aktion gewinnen konnten, kastrierte.
Im Vorfeld hatte die
Stadtverwaltung zugesagt, etwa 20 Hündinnen einzufangen und sie im
Tierheim von Mordogan zum Kastrieren bereit zu halten. Als wir dort
hinfuhren, erlebten wir eine Überraschung: Das Tierheim besteht leider
nur aus diversen kleinen Drahtgehegen mit jeweils einer Hütte. Das Ganze
hat vielleicht eine Größe von 100 Quadratmetern. Und es war vollkommen
leer!
Vor dem Tierheim stand ein Lastwagen der Stadtverwaltung
auf dem sich ein eingefangener Hund befand. Wir erfuhren, dass sich die
Angestellten der Stadt zwar den ganzen Vortag bemüht hatten, Hunde
einzufangen, es ihnen aber nicht gelungen war. Denn sobald der Lastwagen
auftauchte, machten sich die Hunde aus dem Staub.
Es gelang uns
mit Hilfe der Stadtverwaltung ein Trio anzuwerben, das dann im Laufe
dieses und des folgenden Tages noch etliche Tiere einfangen konnte. Es
bestand aus dem orts- und hundekundigen Taifun mit seinem Geländewagen
und den sehr geschickten Helfern Volkan und Sercan. Max, der von der
ortskundigen Claudia gelotst wurde, konnte vier weitere Hündinnen
einfangen.
Nachmittags
begann die Kastration der Katzen. Sibel, unsere türkische Tierärztin
mit den Schweizer Wurzeln, kastrierte über alle Tage hinweg insgesamt 76
Katzen. Emin, ihr Mann, ist sehr versiert im Umgang mit den teilweise
wilden Samtpfoten und arbeitete Hand in Hand mit Sibel. Weil Emin am
Sonntag keine Zeit hatte, sprang Sibels Bruder Attila dankenswerterweise
für ihn ein und zeigte sich mit Sibel ebenfalls als eingespieltes Team.
Genauso wie bei Nevzat, der bereits seit 2004 die Tiere für die
TierInsel kastriert. Er kastrierte mit der Assistenz von Angelika am
25.11.2011 23 Hündinnen.
Die Hündinnen warteten über Nacht auf
dem LKW an einem geschützten Platz vor der Feuerwehr auf ihre OP. Damit
waren wir auch sicher, dass sie vor der OP nüchtern waren. Dadurch
lernten wir die Tierschützerin Hikmet kennen. Sie tauchte an diesem
ersten Abend furchtbar aufgeregt am Container auf, weil auch „ihre
Straßenhunde“ mit eingefangen wurden, obwohl ihre Straßenhunde bereits
von ihrem Geld kastriert worden waren. Emin und ich konnten sie erst
nach einer Weile beruhigen und ihr verständlich machen, dass wir kein
Interesse daran hatten, einen bereits kastrierten Hund noch mal zu
operieren. Aber wir konnten diese Tiere nicht einfach vom LKW holen,
denn wir hatten Sorge, dass dann alle fliehen würden. Hikmet verlangte
am nächsten Tag frühmorgens energisch die Herausgabe all „ihrer“
Straßenhunde, was auch geschah.
Seit diesem Vormittag hatten wir
eine neue Tierschutzfreundin. Hikmet fand unsere Arbeit toll und
beschloss, uns fortan tatkräftig zu unterstützen. Sie wusch die
Katzenboxen, kochte Kaffee für das Team, dolmetschte, da sie perfekt
Deutsch und Türkisch spricht und sie hielt den Kontakt zu den Bürgern
von Mordogan, die uns besuchten um sich von den „internationalen“
Tierschutzvorgängen in ihrer Stadt persönlich zu überzeugen.
Sie
wird Claudia, die aus gesundheitlichen Gründen in ihrer
Bewegungsfähigkeit stark eingeschränkt ist, in Zukunft bei der
Tierschutzarbeit unterstützen. Claudia und Hikmet kannten sich noch
nicht und somit hat unsere Aktion auch hier eine wunderbare Verbindung
geschaffen.
Die Katzen wurden zum größten Teil von
Futterstellenbetreuern und/oder Katzenfreundinnen Emine, Sofia, etc.
eingefangen. Claudia, als Ortskundige, diente Max als Verkehrslotse.
Sie haben leere Katzenboxen hingebracht, Boxen mit den Tieren abgeholt
und dann zum Kastrationsort gebracht. Dort wurden sie von mir auf
Dokumentationsblättern einzeln erfasst. Sie warteten einen Tag lang in
den Boxen (mit Decken zugedeckt) auf ihren OP Termin. Somit konnten wir
auch bei ihnen sicher sein, dass sie nüchtern waren.
Die
Operationen wurden von mir mit Fotos dokumentiert. Jedes Mal wurde auch
eine Tollwutimpfung auf Kosten der Stadtverwaltung mit durchgeführt.
Auch Antibiotika wurde zur Vorsorge gespritzt. Je nach Bedarf wurden die
Tiere noch gegen Würmer, Flöhe und Zecken oder andere Krankheiten
behandelt. Es ist zwar eine heftige Prozedur, aber Straßentiere werden
nun mal nicht alle Tage eingefangen. Sie sind doch sehr
freiheitsliebend. Die Operationen verliefen allesamt erfolgreich und
alle Tiere haben sie gut überstanden.
Immer wieder wurde uns von
den Bürgerinnen und Bürgern gesagt, wie toll unsere Aktion wäre. Viele
haben uns sehr für die Arbeit gedankt. Mit Worten, mit Gebäck, mit
Süßigkeiten und mit Blumen. Für unser Team war das die schönste
Belohnung. Die Zufriedenheit der Bevölkerung mit unserer Arbeit und vor
allem auch ihre Unterstützung, indem sie uns Tiere zur Behandlung
brachten.
Einige Katzen, die noch sehr jung oder nicht fit genug
für eine Operation waren, wurden zunächst mit einer Hormonspritze
„chemisch“ kastriert. So ist sichergestellt, dass sie bis zur ihrer OP
im zeitigen Frühjahr nicht trächtig werden können (denn das ist bei
Katzen bereits mit einigen Monaten der Fall!).
Leider
gab es auch drei Katzennotfälle, die wir in die Klinik einlieferten.
Sibel hatte sie dorthin zur weiteren Behandlung mitgenommen. Der ersten
kleinen Katze stand ein Knochen am Sprunggelenk heraus. Sie wurde
operiert und ihr geht es jetzt immer besser. Eine zweite kleine Katze
hatte an beiden Hinterbeinen mehrere Splitterbrüche. Sie hat leider
nicht überlebt. Das dritte Kätzchen, das sehr zierlich und schwach war,
habe ich einige Stunden in meinem Anorak gesteckt um sie mit meinem
Körper zu wärmen. Leider hat sie es auch nicht geschafft. Aber mit
Sicherheit konnten wir ihr Leid verringern, alleine dadurch, dass sie
gefunden wurden.
Wir haben jeden Tag von etwa 9 bis etwa 21 Uhr
ununterbrochen gearbeitet. Ab Nachmittag wurde es oft unangenehm kalt
und leider ab 17 Uhr auch vollständig dunkel. Besonders für die
Waschaktion der Katzenboxen mit leider nur kaltem Wasser war das doch
recht unangenehm. Da ich kein „unnötiges“ Gepäck mitnehmen bzw. Platz
für Sachspenden verbrauchen wollte, hatte ich nur ein Paar Schuhe
eingepackt – und die liefen bald voll Wasser und nahmen zu allem
Überfluss den Geruch von Klorax an. Aber – wie unwichtig ist dieser
Zustand, wenn die Arbeit doch so sinnvoll ist.
Am letzten Tag
hatten wir eine Verabredung mit Herr Ahmet Cakir, dem Bürgermeister von
Mordogan. Er hat uns für unsere gute Arbeit gedankt und uns versichert,
dass wir uns seiner Unterstützung auch in Zukunft gewiss sein können.
Am letzten Abend servierte uns die Chefin mit Ehemann vom
Hotel Tayfun, deren Straßenkatzen auch kastriert oder behandelt wurden,
ein wunderbares Abschieds-Abendessen. Für einige der Teilnehmer wurde
auf Wunsch auch extra vegetarisch gekocht. Es schmeckte sehr gut.

Die
Kosten für diese Kastrationsaktion betrugen für die TierInsel ca. €
4.500. Darin sind z.B. die Ausgaben für die tierärztlichen Leistungen,
die Anschaffung von Katzenboxen, für Futtersäcke, für Helferaufwand und
für Medikamente enthalten.
Max und ich haben unsere Reisekosten
selbstverständlich selbst gezahlt, da die Spenden unserer Mitglieder und
Paten möglichst zu 100 Prozent und direkt den Tieren zugutekommen
sollen.
Insgesamt haben wir 23 Hündinnen und 76 Katzen
kastriert. Somit werden hunderte Straßentiere kommendes Jahr nicht mehr
geboren und müssen kein Leben als ungewollter Streuner fristen.
Die Aktion sehen wir als hundertprozentigen Erfolg an und kommen gerne wieder!
Ein
riesengroßes und herzliches Dankeschön an alle, die diese Arbeit
möglich gemacht haben, aktiv oder passiv ihren Teil dazu beigetragen und
mit so viel Engagement und Herzblut geholfen haben!“
Ihre Doris Dorschner-Walleitner